Urbaner Garten – was ist das?


Der Urbane Gartenbau wird weniger den ländlichen Gartenfans etwas sagen, als den Leuten in der Stadt, die sich an diesen kleinen Grünflächen erfreuen, und sie teilweise zu ihrer Ernährung nutzen.

Denn es handelt sich dabei um eine gärtnerische Nutzung von Flächen innerhalb von bewohnten Gebieten sowie deren Umfeld. Dabei werden landwirtschaftliche Erzeugnisse angebaut, deren Konsum und althergebrachter Anbau im Vordergrund stehen. Der Begriff entstammt dem lateinischen „Urbs“ für Stadt, welchem die Urbanisierung als Synonym für die Ausbreitung der Städte zugeordnet wurde.

Das Interesse wächst

Je „städtischer“ unsere Wohngebiete werden, um so großer wird die Bedeutung des urbanen Gartenbaus. Oft sind die Verfechter dessen Umweltschützer, die gleich mehrere Vorteile in dieser Art des Anbaus von Lebensmitteln sehen. Zum einen wird ein herstellungsnaher Konsum ohne große Transportwege möglich, was den Ausstoß von Giften durch Kraftwagen vermindert. Zum anderen werden durch Gewächshäuser, die günstig der Sonnenstrahlung ausgesetzt werden, Energien gespart und zudem noch Anbauflächen (mehrstöckige Nutzung in Gewächshäusern).

Weitere Vorteile

Die Integration der Landwirtschaft in die Städte sorgt für ein gewisses Recycling an kompostierbaren Abfällen und Abwässern (Regenwasser zum Gießen) und ist auch für die Kinder ein unschätzbarer Lerneffekt, der zu begrüßen ist.

Des Weiteren werden lokale Spezialitäten geschätzt, die dabei besondere Bedeutung erlangen können. Durch die Bewusstseinsveränderungen der Bevölkerung auf diesem Gebiet, steigt der Bedarf an Eigenproduktion oder vergleichbaren lokalen Anbaumöglichkeiten.

In Gegenden und Ländern mit armer Bevölkerung bekommen die Bewohner damit eine Hilfe zur Selbsthilfe, die von internationalen Hilfsorganisationen unterstützt wird. Eventuelle Engpässe, die dort bei der Versorgung mit Lebensmitteln entstehen, werden so minimiert.

Die Geschichte

Die Idee ist nicht neu. Schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat man sich solche Möglichkeiten zur Versorgung der Stadtbevölkerung zunutze gemacht. Besonders in Kriegszeiten gab es die Notwendigkeit, jedes Stück Land zum Anbau von Lebensmitteln zu nutzen. Seit 2003 gibt es an der Humboldt-Universität Berlin die erste Professur für den Urbanen Gartenbau. Zukunftsweisend ist ein entsprechendes Projekt im fränkischen Bamberg.

Heutige Bedeutung

In einigen Ländern ist die Stadtbevölkerung noch heute auf die Erzeugung von Lebensmitteln zu ihrer eigenen Ernährung angewiesen. In St. Petersburg und Moskau (Russland) baut rund die Hälfte der Bevölkerung einen Teil des Benötigten selbst an. Ebenso in Kuba, wo die Bevölkerung teilweise unter Lebensmittelknappheit leidet.

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