Sprinter im Gemüsebeet


Sie wollen eigenes Gemüse ernten und zählen nicht zu den geduldigsten Gärtnern? Die hier vorgestellten Arten sorgen für einen raschen Ernteerfolg ohne aufwändige Pflege. Also dann: Auf die Beete, fertig, los – und in ein paar Wochen schon genießen.
Unter den Gemüsearten gibt es welche, die von Anfang an Vollgas geben und kaum zu bremsen sind und andere, die sich zuerst etwas zurückhalten, um dann zur Höchstform aufzulaufen. Wer es als Hobbygärtner kaum abwarten kann, bis die ersten Gemüse geerntet werden, greift gern zu schnell wachsendem Gemüsearten. Ein paar Grundlagen sollten Sie dabei aber nicht außer Acht lassen: Ohne die richtigen Standortbedingungen wie Boden, Licht, Temperatur und Feuchtigkeit kommen auch die schnellsten Gemüse nicht aus den Startlöchern. Achten Sie also bei der Aussaat auf die Verpackungshinweise und gedulden Sie sich lieber ein bis zwei Wochen länger, falls zum Beispiel die optimale Bodentemperatur noch nicht erreicht ist. Und die ganz Ungeduldigen säen nicht aus, sondern kaufen im Gartenfachhandel vorgezogene Jungpflanzen von Kohlrabi & Co.

Knackige Knollen

Wenn es beim Keimen und Wachsen von Gemüse ein Wettrennen gäbe, dann stünde das Radieschen jedes Mal siegessicher auf Platz Eins. Innerhalb von 6-10 Tagen keimt das Wurzelgemüse und ist nach ca. 4-5 Wochen erntereif. Die Aussaat erfolgt von Mitte März bis September direkt ins Freiland. Die knackigen Leckerbissen gibt es nicht nur in Rot und rund; probieren Sie doch auch mal zweifarbige Sorten in Rot-Weiß, längliche in Zapfenform oder eine mehrfarbige Mischung mit gelben, violetten und weißen Radieschen.

Kohlrabi überzeugt ebenfalls durch eine kurze Entwicklungszeit (Keimdauer 6-10 Tage). Die Kohlpflanze mit verdickter Sprossknolle wird entweder ab März im Warmen vorgezogen und ab April ins Freie gepflanzt oder ab Mitte April unter Folie direkt ins Beet gesät. Sie können zwischen weißen (hellgrünen) und blauvioletten Sorten wählen, wobei die weißen meist eine kürzere Kulturzeit haben.

Zarte Blätter

Unter den Salaten sind die Pflück- und Schnittsalate die Favoriten für eine schnelle Ernte. Bei günstigen Temperaturen erscheinen die ersten Keimlinge nach 1-2 Wochen. Gepflückt werden die Blätter nach Bedarf von unten bzw. außen nach innen; das Herz lässt man stehen, damit die Pflanze immer weiter wächst. Säen sie rechtzeitig einen neuen Satz aus, denn nach 4-6 Wochen sollte man die Pflanzen komplett abschneiden (wächst sonst zu sehr in die Höhe). Es gibt eine große Auswahl an Blattformen und -farben, z.B. Eichblattsalat oder krausblättrige Lollo-Sorten, sodass Sie Abwechslung ins Beet bringen können. Auch die würzige Salatrauke gehört zu den Sprintern in Beet und Topf (Keimdauer 5-14 Tage) und kann 4-6 Wochen nach der Aussaat geerntet werden.

Sehr beliebt sind auch die schnell nachwachsenden Salatmischungen, die im Gartenfachhandel als Babyleaf-Mix verkauft werden. Die Aussaat erfolgt auf sehr fein geharkten Beeten; Balkonkästen, Gefäße oder Schalen sind ebenfalls gut geeignet. Bereits nach 4-6 Wochen erntet man die zarten Blättchen. Manche Mischungen enthalten auch andere Gemüsearten, die sich wie Schnittsalate anbauen lassen, z.B. Spinat, Sauerampfer, Stielmangold oder Rote Bete.

Als Asia-Salate bezeichnet man aus Asien stammende, als Blatt genutzte Gemüsearten (Blattsenf-Arten, Kreuzungen aus Brassica -Arten). Geerntet werden die jungen Blätter, die wegen der enthaltenen Senföle sehr würzig schmecken. Von Frühjahr bis Herbst werden diese schnellwachsenden Salate ins Freiland gesät und man erhält, je nach Sorte, innerhalb von 3-7 Wochen die ersten essbaren Blätter.

Schnell und einfach


Wer auch bei der Aussaat und Pflege Zeit sparen will, der verwendet am besten Saatbänder. Das Saatgut ist darin bereits im richtigen Abstand eingelegt, das Pikieren oder Vereinzeln der jungen Pflanzen entfällt. Einfach das Band in der gewünschten Länge im Beet, im Topf oder im Balkonkasten auslegen, ggfs. mit einer dünnen Schicht Erde bedecken und mit einer feinen Brause angießen. Die Aussaat nicht austrocknen lassen. Für die Kräuteranzucht in Töpfen gibt es auch Saatscheiben.

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