Gartenräume optimal gestalten


Nur wenige frische Knospen sind bereits sichtbar, umso bewusster nimmt man im Vorfrühling die Konturen der Gehölze wahr. Nutzen Sie die Zeit, in der die Linien so gut zu erkennen sind, und machen Sie eine Bestandsaufnahme: Ist Ihr grünes Reich optimal gegliedert? Wo lassen sich neue Gartenräume schaffen, die den Wohlfühlfaktor erhöhen?
„Wohlfühlen“ bedeutet für jeden Gartennutzer natürlich etwas Anderes: Männer wollen eine zünftige Grillstelle, wo sie mit Freunden und Familie den Abend genießen können. Frauen wünschen sich romantische Ecke zum Relaxen und Plauschen, am besten umrahmt von Kräutern und duftenden Blüten. Der Nachwuchs will auf einem weichen Rasen herumtoben, vielleicht im Sandkasten spielen, leckere Beerensträucher plündern. Zu viele Ansprüche für einen Garten, der womöglich nur dem sprichwörtlichen Handtuch entspricht? Weit gefehlt! Mit geschickter Planung kann jeder sein eigenes „grünes Zimmer“ bekommen und es nach Herzenslust gestalten!

Grüne Trennwände

Mit Hecken lassen sich gut neue „Trennwände“ auf dem Gelände einziehen. Je nach Höhe fällt die Wirkung dieser Raumteiler unterschiedlich aus: Übermannshohe Hecken halten zwar neugierige Blicke fern, wirken gleichzeitig aber oft beengend. Knie- oder hüfthohe Hecken setzen ebenfalls klare Grenzen, erlauben aber ein Miteinander über verschiedene Gartenräume hinweg. Hecken aus immergrünen Pflanzen sind optisch das ganze Jahr über eine feste Größe im Garten. Ein eventuell monotones Erscheinungsbild lässt sich durch davor platzierte Kübelpflanzen oder Rabatten abmildern, deren Reiz vor der grünen Kulisse gut in Szene gesetzt wird. Den Wechsel der Jahreszeiten erlebt man bei sommergrünen Gehölzen bewusster: Im Frühjahr etwa das zarte Lindgrün der jungen Hainbuchenblätter, im Sommer sattes Dunkelgrün, später dann die kupferrote Herbstfärbung des lange am Ast verbleibenden Laubes. Reizvoll kann eine Kombination zwischen sommer- und immergrünen sein.

Schnittverträgliche Heckenpflanzen


Schnitthecken sollen wenig in die Breite gehen und sich über viele Jahre mit Schnitt gut im Zaum halten lassen. In der Tabelle haben wir für Sie Pflanzen aufgelistet, die sich für diesen Zweck gut eignen.

Immergrüne mit Blättern: Buchsbaum, Ilex, Kirschlorbeer, Liguster

Immergrüne mit Nadeln: Eibe, Lebensbaum, Scheinzypresse

Laubabwerfende Gehölze: Berberitze, Feldahorn, Feuerdorn, Hainbuche
Überlegen Sie sich vor dem Kauf, wie Sie die Hecken am besten platzieren: In einem streng formalen Design mit geraden Linien und rechten Winkeln? Oder lieber in spielerischen Wellenlinien und Kreisformen? Beides hat seinen Reiz – allerdings sollte das dahinter stehende Schema dem Betrachter deutlich werden. Schließlich soll Ihr Arrangement gefällig wirken – und das ist nicht der Fall, wenn ein Kreis zu einem eingedellten Ei mutiert. Am besten, Sie skizzieren die gewünschten Formen erst auf dem Papier und markieren deren Verlauf später mit einer Linie aus Sägespänen oder einem langen Wasserschlauch im Garten.

Wo das Auge zur Ruhe kommt

Warum nicht das Thema der Immergrünen innerhalb der neu angelegten „Gartenräume“ wieder aufnehmen? Als willkommene grüne Inseln setzen sie Akzente im von Brauntönen beherrschten Wintergarten. Eine andere Funktion haben sie im sommerlichen Garten: Dann bringen sie Ruhe in Rabatten mit Sommerblumen, Stauden und Gräsern, verbinden selbst gewagte Farbkombinationen mit der harmonisierenden und ausgleichenden Wirkung ihres Grüns. Wer Bedenken hat, dass ihm ein regelmäßiger Heckenschnitt zu viel wird, setzt auf kompakt wachsende Arten, die von selbst ihre markante Wuchsform behalten.

Kompakte Koniferen, die Akzente setzen


Säulenform: Muschelzypresse ( Chamaecyparis obtusa ‚Nana Gracilis’ ), Säulen-Eibe ( Taxus baccata ‚Fastigiata’ )
Kugelform: Zwerg-Balsam-Tanne ( Abies balsamea ‚Nana’ ), Zwerg-Fadenzypresse ( Chamaecyparis pisifera ‚Filifera Nana’ ), Zwerg-Kiefer ( Pinus mugo ‚Mops’ , Zwerg-Wacholder ( Juniperus squamata ‚Blue Carpet’
Pyramidenform: Blaue Zwergzypresse ( Chamaecyparis lawsoniana ‚Minima Glauca’ ), Zuckerhutfichte ( Picea glauca ‚Conica’ )

Verbindende Elemente

Verbunden werden die Gartenräume durch Wege. Überlegen Sie, welche Wirkung Sie mit ihnen erzielen wollen. Geschwungene Wege verlängern das Grundstück und sorgen für Dynamik, gerade Pfade mit hellem Belag können dem Garten räumliche Tiefe geben. Jeder Weg sollte ein Ziel haben (eine Terrasse, eine Bank oder Skulptur), optisch wird der Garten verlängert, wenn der Fixpunkt, etwa ein mächtiger Solitär, außerhalb des Grundstücks liegt. Schenken Sie auch der Randgestaltung einen Gedanken: Gepflegt wirken Randsteine als Abschluss, harmonisch und abwechslungsreich Pflanzen, die von den Rabatten aus in den Weg hinein wuchern dürfen. Unschön und lästig beim Rasenmähen sind Kieselsteine, die mit der Zeit in den grünen Freizeitteppich hineinwandern. Um den Übergang von einem „Zimmer“ ins nächste zu markieren, bieten sich Rosenbögen aus Metall oder Holz an. Der Garten gewinnt durch sie an vertikalen Strukturen.

Ab Mai werden sie von Rosen, Clematis und anderen Kletterpflanzen überzogen, deren blühende Ranken die harten Formen des stützenden Gerüsts vollkommen überdecken. Gibt es einen schöneren Willkommensgruß für Gartenbesucher?

Farbtupfen setzen!

Natürlich dürfen im Garten gerade jetzt Blüten nicht fehlen. Besonders frühe Farbakzente setzt man mit Zwiebelpflanzen, deren Knospen dank ihrer Speicherorgane schon kurz nach dem ersten Schnee aus dem Boden spitzen. Besonders weiße Blüten vergrößern optisch kleine Flächen, denn gerade im Vorfrühling hellen sie die noch viel zu früh einbrechende Abenddämmerung auf. Ob Buschwindröschen, Märzenbecher, Narzissen oder Tulpen: Der Frühling hat viele Farbnuancen – strahlendweiß, creme, weiß-grün – zu bieten, sodass es im Garten nie langweilig werden. Lassen Sie den bunten Blütenfaden auch in der Folgezeit nie abreißen: Nutzen Sie die unterschiedlichen Blütezeiten, um immer wieder andere Farben in Szene zu setzen und die Gartenatmosphäre zu variieren. Und vor allem: Lassen Sie auch die anderen Gartenbenutzer an der Planung teilhaben! Mit einem Zimmer für jeden ist es schließlich nicht getan, auch bei der „Inneneinrichtung“ möchten Erwachsene wie Kinder verständlicherweise mitmischen! Aber gibt es einen besseren Weg, um bei anderen die frühe Freude am Garten und damit an der Natur zu wecken?

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